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Sichere Passwörter erstellen und merken

Sichere Passwörter erstellen und merken KI-generiert

Kurz gesagt

Ein langer Merksatz ergibt ein starkes Passwort, das Sie sich merken können, und ein Passwort-Manager nimmt Ihnen den Rest ab.

Das steht in dieser Anleitung
  1. Warum ein gutes Passwort so wichtig ist
  2. Was ein sicheres Passwort ausmacht
  3. Die Merksatz-Methode Schritt für Schritt
  4. Warum überall dasselbe Passwort gefährlich ist
  5. Passwörter sicher aufschreiben oder speichern
  6. Was ein Passwort-Manager macht und wie er hilft
  7. Passwort vergessen: so kommen Sie wieder rein
  8. Der zusätzliche Code per SMS einfach erklärt

Viele Menschen benutzen für alles dasselbe kurze Passwort, oft den Namen des Haustiers oder ein Geburtsdatum. Das ist gut zu verstehen, denn niemand kann sich zwanzig verschiedene Buchstaben- und Zahlenreihen merken. Es gibt aber einen einfachen Trick, mit dem Sie ein sicheres Passwort erstellen und es trotzdem im Kopf behalten. Diesen Trick zeige ich Ihnen hier ganz in Ruhe, Schritt für Schritt.

Warum ein gutes Passwort so wichtig ist

Ihr Passwort ist wie der Schlüssel zu Ihrer Wohnung. Nur dass hinter dieser Tür Ihre E-Mails, Ihre Fotos und oft auch Ihr Konto bei der Bank liegen. Wenn jemand dieses Passwort errät, kann er in Ihrem Namen Nachrichten schreiben, einkaufen oder an Ihr Geld gelangen.

Das klingt beunruhigend, ist aber kein Grund zur Panik. Kriminelle probieren Passwörter fast nie von Hand aus. Sie lassen ein Programm laufen, das in Sekunden viele tausend gängige Wörter durchtestet. Genau gegen diese automatischen Versuche schützt ein langes Passwort sehr zuverlässig. Je länger und ungewöhnlicher es ist, desto aussichtsloser wird jeder Rateversuch.

Was ein sicheres Passwort ausmacht

Am wichtigsten ist die Länge. Ein Passwort sollte mindestens zwölf Zeichen haben, gerne mehr. Ein einzelnes kurzes Wort wie „Sonne“ ist selbst mit ein paar Zahlen dahinter schnell geknackt. Ein langer Satz dagegen ist für ein Rateprogramm eine echte Hürde. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät zu langen Passwörtern und ganzen Passsätzen.

Diese Punkte machen ein Passwort stark:

  • Es ist lang, also mindestens zwölf, besser fünfzehn Zeichen.
  • Es enthält große und kleine Buchstaben, Zahlen und ein Sonderzeichen wie ein Ausrufezeichen.
  • Es ist kein einzelnes Wort aus dem Wörterbuch und kein Name aus Ihrer Familie.
  • Es gehört nur zu einem einzigen Konto und taucht nirgends sonst auf.

Klingt das nach viel? Mit der nächsten Methode erfüllen Sie alle vier Punkte auf einmal, ohne sich etwas Kompliziertes merken zu müssen.

Die Merksatz-Methode Schritt für Schritt

Der Grundgedanke ist einfach. Sie denken sich einen Satz aus, den Sie nie vergessen, und bauen daraus Ihr Passwort. So gehen Sie vor:

  1. Überlegen Sie sich einen persönlichen Satz. Zum Beispiel: „Mein erster Hund Rex wurde 1985 geboren und liebte Käse.“
  2. Nehmen Sie von jedem Wort nur den ersten Buchstaben. Aus dem Satz wird: MeHRw1985gulK.
  3. Lassen Sie große und kleine Buchstaben so, wie sie im Satz stehen. Namen und der Satzanfang bleiben groß.
  4. Die Jahreszahl aus dem Satz, hier 1985, schreiben Sie einfach mit. Schon haben Sie Ziffern dabei.
  5. Zum Schluss hängen Sie ein Sonderzeichen an, etwa ein Ausrufezeichen: MeHRw1985gulK!

Fertig ist ein Passwort aus dreizehn Buchstaben und Ziffern, mit dem Ausrufezeichen sind es vierzehn Zeichen. So etwas findet kein Programm in seinem Wörterbuch. Und weil Sie den Satz kennen, setzen Sie es jederzeit im Kopf wieder zusammen. Wählen Sie einen Satz, der nur für Sie eine Bedeutung hat und den Sie nirgends öffentlich erzählen.

Warum überall dasselbe Passwort gefährlich ist

Ein häufiger Fehler ist es, dasselbe Passwort bei vielen Diensten zu verwenden. Das ist bequem, birgt aber ein Risiko. Immer wieder werden große Internetseiten von Kriminellen angegriffen, und dabei werden ganze Listen mit E-Mail-Adressen und Passwörtern gestohlen.

Steht Ihr Passwort erst einmal auf so einer Liste, probieren die Täter es sofort auch anderswo aus, beim E-Mail-Konto, beim Online-Shop, bei der Bank. Mit einem einzigen gestohlenen Passwort kämen sie dann überall hinein. Deshalb bekommt jedes wichtige Konto sein eigenes Passwort. Solange Sie noch keinen Passwort-Manager nutzen, können Sie Ihren Merksatz notdürftig abwandeln, indem Sie ein Kürzel für den Dienst einbauen, etwa ein „Ba“ für die Bank oder ein „Em“ für die E-Mail. Sehen Sie das aber nur als Übergangslösung. Wird ein solches Passwort einmal gestohlen, lässt sich das Muster für Ihre anderen Konten leicht erraten. Wirklich sicher ist es erst, wenn jeder Dienst ein eigenes, zufällig zusammengesetztes Passwort bekommt, das mit den anderen nichts gemeinsam hat. Genau diese Arbeit nimmt Ihnen ein Passwort-Manager ab, um den es weiter unten geht.

Passwörter sicher aufschreiben oder speichern

Sie dürfen Passwörter aufschreiben, das ist kein Fehler. Es kommt nur darauf an, wo. Ein Zettel, der am Bildschirm klebt, ist keine gute Idee. Ein kleines Notizbuch dagegen, das in einer Schublade zu Hause liegt, ist für die meisten Menschen völlig in Ordnung. Kriminelle im Internet kommen an ein Blatt Papier in Ihrer Wohnung ohnehin nicht heran.

Vermeiden sollten Sie nur zwei Dinge: Passwörter in einer E-Mail an sich selbst zu verschicken oder sie in einer offenen Datei mit dem Namen „Passwörter“ auf dem Computer zu sammeln. Genau dort würde ein Angreifer als Erstes nachsehen. Wenn Ihnen ein Heft mit der Zeit zu unübersichtlich wird, gibt es eine noch bequemere Lösung, den Passwort-Manager.

Was ein Passwort-Manager macht und wie er hilft

Ein Passwort-Manager ist ein Programm, das alle Ihre Passwörter für Sie aufbewahrt, so wie ein abschließbarer Tresor. Sie müssen sich dann nur noch ein einziges Passwort merken, das sogenannte Master-Passwort, das diesen Tresor öffnet. Alle anderen Passwörter merkt sich das Programm.

Der große Vorteil im Alltag: Sobald Sie eine Internetseite aufrufen, trägt der Passwort-Manager Ihren Benutzernamen und das Passwort von selbst ein. Sie müssen nichts mehr tippen und nichts mehr im Kopf behalten außer diesem einen Master-Passwort. Für dieses eine wählen Sie am besten einen richtig langen Merksatz nach der Methode von weiter oben.

Solche Programme gibt es für den Computer und für das Handy. Bekannte und seriöse Angebote sind zum Beispiel Bitwarden oder KeePass, beide lassen sich kostenlos nutzen. Wenn Sie unsicher sind, welches zu Ihnen passt, lassen Sie es sich in Ruhe von einer Person Ihres Vertrauens einrichten. Ist der Tresor einmal fertig, ist er eine große Erleichterung.

Passwort vergessen: so kommen Sie wieder rein

Es passiert den Besten, dass ein Passwort partout nicht einfallen will. Kein Grund zur Sorge, denn fast jeder Dienst hat dafür eine Lösung. Auf der Anmeldeseite finden Sie meist einen kleinen Link mit der Aufschrift „Passwort vergessen“. Wenn Sie darauf klicken, schickt Ihnen der Dienst eine E-Mail, mit der Sie ein neues Passwort festlegen können.

Daran sehen Sie, wie wichtig Ihr E-Mail-Postfach ist. Es ist der Generalschlüssel, über den Sie fast alle anderen Konten zurücksetzen können. Genau dieses E-Mail-Konto sollte deshalb das stärkste Passwort von allen bekommen. Wie Sie Ihr Postfach einrichten und bedienen, lesen Sie in der Anleitung E-Mail einrichten und schreiben.

Der zusätzliche Code per SMS einfach erklärt

Bei Banken und immer mehr anderen Diensten kommt nach dem Passwort noch ein zweiter Schritt. Sie geben Ihr Passwort ein, und danach erhalten Sie eine SMS mit einer kurzen Zahlenfolge aufs Handy. Diese Zahl tippen Sie zusätzlich ein. Fachleute nennen das Zwei-Faktor-Anmeldung, gemeint ist einfach ein zweites Schloss.

Der Gewinn für Sie ist groß. Selbst wenn jemand Ihr Passwort kennen würde, käme er ohne Ihr Handy nicht hinein, denn den Code hat allein Ihr Telefon empfangen. Lassen Sie diesen zusätzlichen Schutz ruhig aktiviert, gerade bei der Bank und beim E-Mail-Konto. Neben der SMS gibt es dafür auch kleine Programme auf dem Handy, sogenannte Authenticator-Apps, die den Code selbst erzeugen und noch etwas sicherer sind. Für den Anfang genügt aber die SMS völlig, Sie müssen sich damit gar nicht überfordern. Wichtig ist nur eines: Geben Sie so einen Code niemals am Telefon oder auf einer fremden Seite an jemanden weiter. Eine echte Bank fragt Sie nie danach. Woran Sie solche Betrugsversuche erkennen, erklärt die Anleitung Phishing und Betrug erkennen.

Fangen Sie am besten mit Ihrem E-Mail-Konto und Ihrem Bankzugang an und geben Sie diesen beiden ein starkes, eigenes Passwort nach der Merksatz-Methode. Den Rest nimmt Ihnen nach und nach ein Passwort-Manager ab. Halten Sie außerdem Computer und Handy auf dem neuesten Stand, denn Sicherheitslücken werden mit Aktualisierungen geschlossen. Wie das geht, zeigt die Anleitung Updates richtig machen. Wer sich, etwa im Beruf, systematisch mit dem ganzen Thema Sicherheit befassen möchte, findet dazu passende IT-Sicherheits-Trainings bei cmt.de. So sind Sie schon deutlich sicherer unterwegs, ohne sich jeden Tag damit beschäftigen zu müssen.

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