KI-generiert
Kurz gesagt
Wer bei Zeitdruck, Links und Zahlungsaufforderungen kurz innehält und nichts anklickt, entgeht den allermeisten Betrugsversuchen.
Das steht in dieser Anleitung
- Was Phishing ist und wie es funktioniert
- Sieben Merkmale einer gefälschten E-Mail
- Betrugs-SMS zu Paketen und Banken erkennen
- Der Enkeltrick per WhatsApp und die richtige Gegenfrage
- Der falsche Anruf von Microsoft
- Auf einen falschen Link geklickt: was jetzt zu tun ist
- Im Zweifel richtig reagieren und Hilfe holen
Auf Ihrem Handy leuchtet eine Nachricht auf: „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Bitte bestätigen Sie hier Ihre Adresse.“ Darunter ein Link. Ihr erster Gedanke ist vielleicht: Habe ich überhaupt etwas bestellt? Genau dieser kurze Moment der Unsicherheit ist es, auf den es Betrüger abgesehen haben. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen in Ruhe, woran Sie falsche Nachrichten erkennen und wie Sie ganz einfach richtig reagieren. Sie brauchen dafür kein technisches Wissen, nur ein wenig Gelassenheit.
Was Phishing ist und wie es funktioniert
Das Wort Phishing ist ein englisches Kunstwort. Als Merkhilfe können Sie an „fishing“ denken, das englische Wort für Angeln. Betrüger werfen einen Köder aus, meist eine E-Mail, eine SMS oder einen Anruf, und hoffen, dass jemand anbeißt. Ihr Ziel ist immer eines von zwei Dingen: Sie wollen an Ihre Daten (zum Beispiel Ihr Passwort oder Ihre Bankverbindung) oder direkt an Ihr Geld.
Der Trick funktioniert fast nie über Technik, sondern über Gefühle. Die Nachrichten machen Ihnen Angst („Ihr Konto wurde gesperrt“), setzen Sie unter Zeitdruck („nur noch heute gültig“) oder wecken Ihre Neugier. Wer aufgeregt ist, denkt weniger nach und klickt schneller. Deshalb ist die wirksamste Schutzmaßnahme so einfach: einmal tief durchatmen und nichts überstürzen. Kein seriöses Unternehmen und keine Bank verlangt, dass Sie in wenigen Minuten reagieren.
Und ganz wichtig vorweg: Wenn Ihnen so etwas passiert, ist das keine Schande. Diese Maschen sind mit viel Mühe darauf angelegt, echt zu wirken. Darauf hereinzufallen hat nichts mit Ihrem Alter oder Ihrer Erfahrung zu tun.
Sieben Merkmale einer gefälschten E-Mail
Betrüger machen sich viel Mühe, doch fast immer bleiben Spuren. Gehen Sie eine verdächtige E-Mail einmal in Ruhe durch. Wenn auch nur einer dieser Punkte zutrifft, ist Vorsicht geboten:
- Unpersönliche Anrede. „Sehr geehrter Kunde“ statt Ihres Namens. Ihre Bank kennt Ihren Namen.
- Zeitdruck und Drohung. Ihr Konto werde gesperrt, wenn Sie nicht sofort handeln. Das soll Sie hetzen.
- Fehler in Rechtschreibung und Grammatik. Holprige Sätze oder fehlende Umlaute sind ein deutliches Warnzeichen.
- Eine merkwürdige Absenderadresse. Der Name mag stimmen, doch dahinter steht eine kryptische Adresse wie service@kunden-sicherheit-portal.info.
- Ein Link, der woanders hinführt. Fahren Sie am Computer mit der Maus über den Link, ohne zu klicken. Unten links im Fenster erscheint dann die echte Adresse. Passt sie nicht zum Absender, Finger weg.
- Die Aufforderung, Daten einzugeben. Passwort, PIN oder Kreditkartennummer fragt kein seriöses Unternehmen per E-Mail ab.
- Ein unerwarteter Anhang. Eine Rechnung, die Sie nicht erwarten, oder eine Datei zum Öffnen. Öffnen Sie sie nicht.
Wenn Sie unsicher sind, ob eine E-Mail überhaupt zu Ihrem Postfach passt, hilft Ihnen die Anleitung E-Mail einrichten und schreiben dabei, Ihr Postfach besser zu verstehen. Ein starkes Passwort schützt Sie zusätzlich, damit ein Betrüger selbst dann nicht in Ihr Konto kommt, wenn einmal etwas durchrutscht.
Betrugs-SMS zu Paketen und Banken erkennen
Falsche SMS sind besonders verbreitet, weil sie so kurz sind und man auf dem Handy schnell klickt. Zwei Maschen kommen immer wieder vor.
Die Paket-SMS behauptet, eine Sendung liege bereit oder es fehle noch eine kleine Gebühr, meist ein oder zwei Euro. Klicken Sie auf den Link, landen Sie auf einer täuschend echten Seite, die Ihre Kreditkartendaten abfragt. Der Betrug: Sie zahlen nicht die genannte Kleinigkeit, sondern geben Ihre Kartendaten preis, mit denen dann große Beträge abgebucht werden.
Die Bank-SMS warnt, Ihr Konto sei gesperrt oder es habe eine verdächtige Abbuchung gegeben. Auch hier führt ein Link zu einer nachgebauten Bankseite.
Die richtige Reaktion ist bei beiden gleich und ganz einfach: Klicken Sie den Link in der SMS niemals an. Wenn Sie wirklich ein Paket erwarten, öffnen Sie die App des Paketdienstes selbst oder tippen Sie die Adresse von Hand in den Browser, so wie Sie es in Im Internet richtig suchen gelernt haben. Bei einer Bank-Nachricht rufen Sie die Nummer an, die auf Ihrer echten Bankkarte steht, nicht die aus der SMS. So sprechen Sie garantiert mit den Richtigen.
Der Enkeltrick per WhatsApp und die richtige Gegenfrage
Diese Masche trifft besonders oft Eltern und Großeltern. Über WhatsApp schreibt Ihnen eine unbekannte Nummer: „Hallo Mama, ich habe eine neue Nummer, mein altes Handy ist kaputt.“ Nach ein paar netten Sätzen kommt die Bitte um Geld, angeblich für eine dringende Rechnung, die die Person selbst gerade nicht überweisen könne.
Es ist nicht Ihr Kind. Es ist ein Betrüger, der auf Ihr gutes Herz setzt.
Die richtige Gegenfrage entlarvt die Masche sofort: Rufen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn unter der alten, Ihnen bekannten Nummer an. Genau davor haben die Betrüger nämlich Angst. Sie werden allerlei Ausreden hören, warum ein Anruf gerade nicht gehe. Ein echtes Familienmitglied nimmt sich diese eine Minute Zeit. Überweisen Sie niemals Geld, bevor Sie mit der Person tatsächlich gesprochen haben. Wenn Sie mit WhatsApp noch nicht ganz vertraut sind, führt Sie WhatsApp für Einsteiger in Ruhe durch die Bedienung.
Der falsche Anruf von Microsoft
Das Telefon klingelt, am Apparat meldet sich jemand mit englischem Akzent und erklärt, er rufe von Microsoft an. Ihr Computer sei mit einem Virus infiziert, man wolle das gemeinsam beheben. Dann sollen Sie ein Programm installieren, damit die Person auf Ihren Bildschirm schauen kann.
Legen Sie einfach auf. Das ist weder unhöflich noch falsch, denn der Anruf ist reine Erfindung. Microsoft, Apple und andere große Unternehmen rufen niemals von sich aus bei Ihnen an, weil ein Virus auf Ihrem Rechner sei. Sie wissen gar nicht, dass es Ihren Computer gibt, und schon gar nicht Ihre Telefonnummer.
Geben Sie einem solchen Anrufer niemals Fernzugriff auf Ihren Computer und nennen Sie keine Passwörter. Wenn Sie schon aufgelegt haben, aber unsicher sind, ob Sie etwas installiert haben: Trennen Sie den Computer vorsichtshalber vom Internet und bitten Sie jemanden, dem Sie vertrauen, einmal draufzuschauen. Dieselbe Masche taucht manchmal auch als lautes Warnfenster im Browser auf, das behauptet, Ihr Computer sei infiziert, und Sie zum Anruf bei einer Nummer drängt. Wie Sie eine solche gefälschte Virenwarnung erkennen und gefahrlos schließen, lesen Sie in einer ausführlichen Anleitung.
Auf einen falschen Link geklickt: was jetzt zu tun ist
Angenommen, es ist doch passiert und Sie haben auf einen Link geklickt oder sogar Daten eingegeben. Dann gilt zuerst: Bleiben Sie ruhig. Mit ein paar Schritten begrenzen Sie den Schaden.
Haben Sie nur geklickt, aber nichts eingegeben, ist meist wenig passiert. Schließen Sie die Seite und löschen Sie die Nachricht. Haben Sie ein Passwort eingegeben, ändern Sie es sofort, und zwar überall dort, wo Sie dasselbe Passwort verwenden. Wie das sicher geht, steht in Sichere Passwörter erstellen.
Haben Sie Bankdaten oder Kreditkartennummern preisgegeben, rufen Sie umgehend Ihre Bank an und lassen Sie die Karte oder das Konto sperren. Das geht rund um die Uhr über den zentralen Sperr-Notruf unter der Nummer 116 116. Behalten Sie danach Ihre Kontoauszüge ein paar Wochen genau im Blick und melden Sie jede fremde Abbuchung sofort.
Im Zweifel richtig reagieren und Hilfe holen
Sie müssen keine der genannten Maschen auswendig lernen. Merken Sie sich stattdessen eine einzige Grundregel: Sobald eine Nachricht Sie zu Eile drängt, einen Link anbietet oder Geld verlangt, halten Sie inne und klicken nichts an.
Fragen Sie im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig. Ein Anruf bei Ihrer Bank, bei einem Familienmitglied oder bei einem Bekannten, der sich auskennt, kostet nichts und bringt schnell Klarheit. Sich Hilfe zu holen ist ein Zeichen von Umsicht.
In vielen Betrieben gehört das Erkennen solcher Maschen inzwischen fest zur Weiterbildung, weil ein einziger unbedachter Klick teuer werden kann. Wer sich beruflich mit dem Thema befassen muss oder es einfach gründlich verstehen möchte, findet dazu vertiefende Seminare zur IT-Sicherheit bei cmt.de.
Wenn Sie eine Betrugsmasche prüfen oder melden möchten, finden Sie verlässliche und kostenlose Informationen bei der Verbraucherzentrale und beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Bei einem konkreten Betrugsfall oder wenn Geld geflossen ist, wenden Sie sich an die Polizei, im Notfall über die 110. Weitere Hinweise zu aktuellen Maschen gibt die Polizeiliche Kriminalprävention. Mit ein wenig Ruhe und diesen Anlaufstellen sind Sie gut geschützt.
Nicht weitergekommen?
Das ist keine Schande. Schreiben Sie uns in Ruhe an info@yveshoppe.de, oder schauen Sie in alle Hilfen.
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